Im Visier der Stasi, der Amateurfilm in der DDR

Die staat­lich ge­lenkte Kul­tur­po­li­tik der DDR hat den Ama­teur­film, also das Fil­men als pri­va­tes Hobby, aus­drück­lich ge­för­dert. Ne­ben der Ein­rich­tung von Amateurfilm-Kollektiven wur­den auch pri­va­ten „Ein­zel­fil­mern“ Ka­me­ras, Filme und Pro­jek­to­ren zum Kauf an­ge­bo­ten. Die Ak­ti­vi­tä­ten die­ser pri­va­ten Fil­mer und der Sta­tus, den sie schein­bar ab­seits der staat­lich li­zen­zier­ten Fil­man­stal­ten hat­ten, wurde bis­lang noch nicht er­forscht.

Das For­schungs­vor­ha­ben geht von der Er­fah­rungs­tat­sa­che aus, dass Ama­teur­fil­mer nicht bei dem klas­si­schen Fa­mi­li­en­film ste­hen blei­ben. Hoch­zeit, Ge­burt, Ur­laubs­fahrt bil­den zwar häu­fig eine Mo­ti­va­tion zur An­schaf­fung der Ka­mera, doch in der kon­stan­ten Aus­übung sei­nes Hob­bys wen­det sich der Ama­teur­fil­mer er­fah­rungs­ge­mäß an­de­ren The­men zu: er wird zum pri­va­ten Do­ku­men­ta­ris­ten sei­nes ge­sell­schaft­li­chen Um­fel­des. Wel­cher Art kon­kret die The­men­fel­der wa­ren, die von DDR-Amateuren mit der Ka­mera do­ku­men­tiert wur­den, wird das Stu­dium der au­dio­vi­su­el­len Quel­len zei­gen kön­nen.

Die zen­trale Fra­ge­stel­lung lau­tet: Wel­chen Sta­tus und wel­chen Spiel­raum hat­ten die pri­va­ten Do­ku­men­tar­fil­mer in­ner­halb der SED-Diktatur? Oder an­ders for­mu­liert: Konn­ten „Ein­zel­fil­mer“ in der DDR sys­tem­kri­ti­sches Po­ten­tial entwickeln?

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